Sonntag, 23. September 2007

Die Menschen hier



Donnerstags ist hier immer Stammtisch hier in San Juan. Dort treffen sich Argentinier, die Deutsch als Fremdsprache lernen, mit Deutschen. Es wird "Tandem" gesprochen, d. h. die Deutschen sprechen Spanisch und die Argentinier Deutsch. Dort habe ich dann Estefan mit seiner Freundin Andrea kennen gelernt. Zufälligerweise hatte Andrea auch noch am nächsten Tag Geburtstag zu dem ich (und auch Martin, der war diesmal nicht dabei) direkt eingeladen wurden. Es ist wirklich unglaublich wie aufgeshlossen die Argentinier Deutschen gegenüber sind. Wir genießen hier vor Ort wirklich sehr hohes Ansehen. Das hätte ich vor meiner Reise nicht gedacht.
Freitagmorgen habe ich von unserem Mitbewohner José erfahren, dass er die Familie seiner Freundin eingeladen hat, damit wir uns besser kennen lernen können. Natürlich ohne mit uns da vorher darüber zu sprechen... Zum Glück war die Geburtstagsfeier von Andrea mittags, so dass es kein Problem war. Bei Andrea gab es wieder einmal köstliches Asado. Ich kann kaum sagen, wie gut das Fleisch war. Die Feier war bei Estefan zu Hause, da Andrea's Familie etwa 600 km entfernt wohnt. Auch die Familie von Estefan war äußerst nett. So haben wir bei Sonnenschein einen äußerst angenehmen Tag verbracht. Um 20:30 Uhr war dann bei uns im Haus Fiesta angesagt. Es waren dann doch ein paar Leute mehr, als José angekündigt hatte. Dort haben Martin zum ersten Mal Fernet getrunken, den hiesigen "Nationalcocktail": Cola mit Fernet Branca oder Ramazotti. Der schmeckt wie Hustensaft. Ich bin dann doch auf Bier umgesteigen. Auch dieser Abend war äußerst nett. Man kann hier vor Ort viel einfacher Leute kennen lernen als in Deutschland. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Am Samstag waren wir dann wieder auf einem Geburtstag eingeladen. Das wurde uns allerdings zu viel, so dass wir dann Abends lieber noch was zum Institut gegangen sind (es geht doch irgebdwie nie ohne Internet). Dort war auch mein Kollege Carlos, der uns zum Glück vor einer Schnappsidee bewahrt hat. Wir wollten nächstes Wochenende mit einem Mietwagen nach La Serena an die chilensiche Küste fahren. Was wir nicht bedacht haben: Der Pass ist 4700 m hoch und wegen Schneefalls bis Anfang November geschlossen. Jetzt wollen wir stattdessen nach Vina del Mar in Chile, was allerdings weiter weg ist.
Am Abend wollten wir dann zu einem Libanesen essen gehen, den der Reiseführer empfohlen hatte. Auf dem Weg dorthin zog ein richtiger Sturm auf, der den ganzen Staub aus der Stadt aufgewirblet hat. Sehr ungangenehm. Zu allem Überfluss hatte besagtes Restaurant geschlossene Geselschaft hatte. Wir entschlossen uns zu dem bekannten Chinesen zu gehen. Das war allerdinsg ein Reinfall. Uns beiden schmeckte das Buffet überhaupt nicht mehr und war zu allem Überfluss einen Peso teuerer geworden. Da gehen wir nicht nochmal hin.

Noch eine Richtigstellung zum Thema Preise: Die Preise sind nur für uns Europäer aufgrund des harten Euros günstig (1€->4,4 ARS). Für Einheimische ist das hier ein Fiasko. Innerhalb von einem halben Jahr haben sich die Preise verdoppelt. Für einen Argentinier sind 1,5 Peso wie ein Euro. Und bei der Rechnung ist der Supermarkt dann alles andere als günstig. Dann kostet ein Liter Milch mal eben 2 €. Diese ist übrigen auf 2 Liter pro Person und Einkauf limitiert. Wenn man dann bedenkt, dass ein schlechter Laptop hier 5000 Peso kostet, kann man sehen, dass so etwas hier absoluter Luxus ist. Außerdem druckt der Staat hier kräftig Geld, um die Wirtschaft kurzfristig anzukurbeln. Leider zieht das immer eine steigende Infaltionraten nach sich. Im Moment 8%.

So genug gequatscht.

Viele Grüße

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