Montag, 5. November 2007

Nachträge

Einige Anmerkungen/Korrekturen zu den bisherigen Posts:

1.) Prepaidkarten in Chile: Ich habe mich damals an der Grenze auf die offenischtlich falsche Information einer Mitfahrerin, Prepaid-Karten würden in Chile nicht funktionieren, verlassen. Hätte ich es mal besser ausprobiert... Selbstverständlich funktionieren die Karten in Chile. Dann hätten wir uns einigen Ärger erspart.
2.) Pfand: Hier kann man leider nicht z. B. 3 Flaschen zurückbringen und weniger als 3 wieder kaufen. Man kann sich den Pfand nicht auszahlen oder auf seine Rechnung anrechnen lassen. Man muss immer mind. die Anzahl der zurükgegebenen Flaschen auch wieder kaufen. Man will hier so das Flaschensammeln verhindern.
3.) Islas Malvinas(Falkland Inseln): Ich weiß erst jetzt, warum das Schild an der chilenischen Grenze steht: Chile hat englischen Truppen während des Krieges Stützpunkte zur Verfügung gestellt. Daher ist das Verhältnis bis heute sehr angespannt zum Nachnbarn. Was viele Argentinier dabei allerdings vergessen: In Chile herrschte zu dem Zeitpunkt genau wie in Argentinien eine Militärjunta. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das chilenische Volk sonderlich begeistert war, England zu unterstützen.

Sonntag, 4. November 2007

Bilder CHILE

















Chile

Reisebericht Chile

Nach längerer Zeit gibt es mal wieder Neuigkeiten aus Argentinien. Ich habe es endlich geschafft vor zwei Wochen am Paso de los Libertadores die Grenze nach Chile zu überqueren. Freitags morgens ging es für 3,8 € ins 170 km entfernte Mendoza. Dort war ein Buswechsel angesagt, so dass es dann um 12:30 Uhr mit dem größten argentinischen Busunternehmen Andesmar nach Santiago de Chile ging (650 km/ 10 €). Der Bus war nur sehr spärlich besetzt. Ich hatte einen Platz im Oberdeck in der ersten Reihe erwischt um die spektakuläre Fahrt besser genießen zu können. Gegenüber von mir saß offensichtlich ebenfalls ein „extranjero“, weil blondes Haar, kurze Hose und 5 Dosen Bier ihn direkt verrieten. Ich vermutete direkt es sei ein Engländer. Später bewahrheitete sich diese Annahme; er war auf dem Weg zu einem Rugbyspiel in Chile. Natürlich sprach er keinen Brocken Spanisch.

Die Einreise verlief unproblematisch, wenn auch chaotisch. Direkt habe ich begriffen, warum die Chilenen hier so unbeliebt sind. Der Grenzer in Chile unterhielt sich lieber mit seinem Handy anstatt die Einreiseformalitäten korrekt durchzuführen. Nachdem ich ihn dann auf den fehlenden Stempel im Pass und der fehlenden Einreisekarte aufmerksam gemacht hatte, bekam ich dann die geforderten Dinge. Hätte ich diese Sachen nicht reklamiert, dann hätte ich bei der Ausreise ein Problem gehabt (illegale Einreise). Danach ging es zum Zoll. Ich dachte spontan ich wäre 2002 in Goslar bei der Bundeswehr. Wir mussten uns vor einen langen Tisch stellen. Unser Gepäck vor uns. Es durfte nicht gesprochen werden. Danach sammelte ein chilenischer Zollkommissar mit Sherrif-Plakete (wie in Filmen beim FBI) an der Brust unsere Eidesstattlichen Erklärungen ein, dass wir auch ja keine Früchte oder tierischen Produkte nach Chile einführen (wegen Krankheiten). Jede Person wurde dabei kritisch gemustert. Anschließend wurde das gesamte Gepäck durchleuchtet und wir konnten wieder in den Bus. Danach gab es noch einige Schikanen vom chilenischen TÜV der den Bus argwöhnisch inspizierte. Nach fast 2 h Aufenthalt ging die Fahrt dann endlich nach Chile weiter. Die chilenische Seite ist ganz anders als die Argentinische; steile Serpentinen und sehr bald äußerst grün. Nach etwa 2,5 Stunden fuhren wir nach Santiago ein. Spontan dachte ich, der Bus hätte sich verfahren und wir wären in den USA. Santiago ist eine sehr moderne Großstadt (Videomonitore über den Autobahnen) überall Reklame wie in den USA etc. Ich war sehr beeindruckt. Am Busbahnhof in Santiago wartete auch schon meine Tante zweiten Grades Patricia mit ihrem Sohn Thomas auf mich. Beide sprechen kein Deutsch. Mein Onkel Alfredo war leider verhindert, da er im Süden ein Projekt betreuen musste (er spricht fließend Deutsch). Meine anfänglichen Bedenken wegen der Sprache waren ganz schnell verflogen. Beide sprachen sehr verständliches Hochspanisch und es gab kaum Verständigungsschwierigkeiten. Nach einem typisch deutschen bzw. chilenischen Abendessen (mit Brot) um 7 Uhr (in Argentinien wird immer um 22:00 Uhr oder später sich ein Riesengericht gegessen) bin ich zu einer weiteren Tante (Anne-Marie) gefahren. Dort habe ich dann auch erfahren, dass Chile leider trotz boomender Wirtschaft, massive Probleme hat. Die Kriminalität in Santiago wächst, begründet durch viele Drogenprobleme und ungerechte Einkommensverteilung. Als Beispiel: Ein Ingenieur kann in Chile 300 € pro Monat verdienen (Preisniveau vergleichbar mit Deutschland) oder 30.000 €. Als Folge kann man sich in Santiago nur noch sehr vorsichtig bewegen. Überfälle kann es überall geben.

Am nächsten Tag fuhr ich dann mit Peter (ein weiterer Onkel) nach einem köstlichen Mittagessen (Schwein!) zu einem Haus in der Nähe von Rancagua (ca. 100 km südlich von Santiago). Auf der Fahrt war ich beeindruckt von der Naturschönheit Chiles. Alles ist grün und blüht. Sein Haus liegt auf einer Parzelle mit duzenden von Mandelbäumen. Er selber ist ein Pflanzenliebhaber und hat die exotischsten Pflanzen auf seinem Grundstück. Am nächsten Tag ist dann Anne-Marie mit einer Freundin aus Santiago gekommen und wir haben einen entspannten Tag verbracht. Abends ging es wieder zurück nach Santiago zu Patricia und Thomas. Am nächsten Tag konnte ich endlich das Grab meines Großonkels in Santiago besuchen und einige Dinge kaufen, die es in Argentinien nur schwer gibt (Computermaus mit USB Anschluss, vernünftigen Instant-Kaffee). Abends ist dann noch ein weiterer Onkel (Miguel) mit meiner Cousine Paulina vorbei gekommen. Am nächsten morgen ging es leider dann wieder zurück nach San Juan. Der Bus sollte angeblich direkt nach San Juan fahren. Ein Etikettenschwindel sondergleichen. Der Bus sammelte noch 3 Leute in Los Andes in Chile ein (ca. 30 Minuten Umweg). An der Grenze dann der nächste Hammer. 7 Busse vor uns. Es kam dann fast noch zur Schlägerei zwischen den Busbegleitern von verschiedenen Firmen, weil sich unsere Schlange angeblich bei der Ausreisekontrolle vorgedrängelt hätte. Völlig lächerlich, da der andere Bus eh noch ne halbe Stunde beim Zoll warten musste. Die Grenzkontrolle fand diesmal auf argentinischer Seite statt, allerdings lief es diesmal alles etwas geordneter und weniger streng ab. Zwar durchwühlen die argentinischen Zöllner sogar das Gepäck, aber sind äußerst freundlich. Bei mir haben die sich gar nicht getraut, wahrscheinlich weil ich Ausländer bin und sie mich nicht als Tourist vergraulen wollten. Auf der Fahrt fiel danach der Ton vom Fernseher aus. Ich hatte mich schon gefreut, weil ich dann endlich nicht mehr den Krach ertragen musste. In Mendoza verließen dann fast alle den Bus und die haben dann eine Stunde den Ton für 5 Leute im Bus repariert, bevor es dann weiter nach San Juan ging. Die gesamte Busfahrt hatte dann etwa 11 h gedauert.

Es war ein wunderbares, viel zu kurzes Wochenende, aber die nächste Chilereise im Dezember ist schon gebucht. Vor allem von der Gastfreundlichkeit in Chile, wie auch in Argentinien bin ich jedes Mal begeistert.

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Dann noch etwas zum argentinischen Umweltschutz:

Man könnte meinen, Argentinien würde gar nichts dafür tun, weil in Städten jede Menge Müll mitunter am Straßenrand liegt. Auch das Wort Katalysator ist hier ein Fremdwort.

Aber dem ist nicht so. Denn es gibt hier Pfand und jeder der in Deutschland über Dosenpfand und ähnliches meckert, der lese die folgenden Zeilen. Getränkedosen sind bis auf Bierdosen offensichtlich verboten. Ich habe noch keine einzige im Supermarkt oder auf der Strasse gesehen. Auf Bierflaschen ist 1,31 Peso Pfand, ca. 0,3€. Für einen Argentinier ist das aber etwa wie ein 1 € (siehe mein Blog weiter unten). Und auf Colaflaschen sind hier sage uns schreibe 4 Pesos Pfand, also 1 € für uns Europäer und 3 € für einen Argentinier.

Hier noch ein kurzer Nachtrag zu unserer Reise zur Grenze:

Kurz vor dem Grenztunnel konnte man noch argentinische Propaganda bewundern. Ein Schild wie auf dem Bild (http://www.horizonsunlimited.com/tstories/jsmith/images/road%20sign%20malvinas.jpg)

tauchte nämlich plötzlich wie aus dem nichts vor uns auf. So ganz scheinen sich die Argentinier nicht mit den britischen Besatzern abzufinden.

Auf dem Weg zur Grenze kamen wir durch das kleine Dorf Uspallata. Was ich erst hinterher erfahren habe: Dort wurde der Film sieben Jahre Tibet mit Brad Pitt gedreht. An Tibet erinnerte bis auf die hohen Berge gar nichts…

Sonntag, 30. September 2007

Noch ein paar Bilder


Bilder vom Pass









Wenn einer eine Reise tut… oder der Passierschein OM 2112

Reisen bildet ja bekanntlich, daher wollten Martin, Julia, Elisabeth (ebenfalls zwei Deutsche aus San Juan) und ich an die chilenische Küste nach Vina del Mar fahren. Damit man etwas flexibeler ist, wollten wir dazu einen Mietwagen hier vor Ort in San Juan anmieten. Also ist Martin mit unserem Mitbewohner José losgezogen um den Entsprechenden zu besorgen. Wir haben José mitgenommen, damit nicht die üblichen Touristenpreise abgerechnet werden. Am Ende hatten wir uns für Hertz entschieden, da der Laden auf beide den besten Eindruck machte und natürlich auf relativ günstig war. Wir sollten einen VW GOL (etwa wie ein alter Polo) für 600 Peso erhalten zzgl. 200 Peso für die Überfahrtserlaubnis nach Chile. Diese wird noch traurige Berühmtheit in dieser Geschichte erlangen. Allerdings mussten wir das noch mit den Mädels abklären, da es für jeden um 50 € ging. So vergingen etwa 2 Tage bis wir wieder bei Hertz im Büro saßen. Nun sagte man uns, dass der GOL weg war und wir nun einen Zafira mieten könnten. Der Wagen kostete allerdings mehr als das doppelte, so dass wir gezwungen waren auf einen lokalen Anbieter zurückzugreifen. Dieser war damals etwa so teuer wie Hertz, jedoch waren die Autos für Martins Geschmack nicht in dem besten Zustand. Dennoch machten wir einen Vertrag aus über einen Suzuki Swift (700 Peso). Dann ging es daran die Überfahrtsgenehmigung zu beschaffen. Dazu musste der Vermieter ein Schreiben durch die hiesige Bezirksregierung aufsetzen lassen aus dem hervorging, dass Martin auch wirklich von ihm die Erlaubnis hat. Das Schreiben war eine Din A4 Seite lang. Danach musste es noch vom Notar beglaubigt werden. Insgesamt mussten wir dazu dreimal in die Stadt. Kostenpunkt für das Dokument: 95 Peso. „Puh, endlich geschafft!“

Am Freitag vor der Abfahrt gab es dann noch mal ziemliche Aufregung, weil Julia ihre Ausreisekarte verloren hatte. In den meisten Ländern hier ist dann eine Ausreise erst mal nicht möglich und auf der Karte ist auch extra vermerkt, dass man sie bis zur Ausreise behalten muss. Mein Chef Carlos – er wird der Held dieser Geschichte - hat daraufhin mehrfach in Buenos Aires angerufen. Dort hieß es aus dem zuständigen Ministerium: „Kein Problem, wenn Sie einen Einreisestempel im Pass hat.“ Den hatte sie.

Am Samstag ging es dann mit unserem Swift um 07:30 Uhr los in Richtung Mendoza (ca. 200 Km) und dann noch mal ca. 250 km in die Anden zur chilenischen Grenze. Auf der Fahrt gab es schon so einige Überraschungen. Überall gibt es Kontrollpunkte der Polizei, wo Fahrzeuge kontrolliert werden können. Diese sind zwar in der Regel nicht besetzt; wir hatten jedoch das „Glück“ angehalten zu werden. Es fehlte der Fahrzeugschein. Wir waren schon etwa 100 km gefahren. Zurückzufahren wäre eine Katastrophe gewesen. Nachdem ich dann das Handschuhfach durchsucht hatte, haben wir ihn dann schließlich doch noch gefunden, so dass wir dann zur nächsten Sperre gefahren sind (vom Landwirtschaftsministerium). Argentinien hat im Norden große Probleme mit Agrarkrankheiten, so dass alle Fahrzeuge aus dem Norden kommend auf Obst und Gemüse durchsucht werden, sowie durch eine Desinfektionsdusche müssen.

Hinter Mendoza war Fahrerwechsel angesagt, so dass ich fahren durfte. Endlich durfte ich selber die brachiale Leistung von 1,0 Liter Hubraum und die Bremskraft von abgenutzten Bremsbelägen spüren. Das Auto war wirklich nicht im besten Zustand. Die Strecke hoch auf 3700 m war ein Traum. Die Anden sind einmalig schön und wir konnten sogar noch Schnee anfassen An den Bergen merkte man, wie schwach der Motor wirklich war. Das Überholen von LKWs dauerte endlos lange und bei Steigungen musste man häufiger die Klimaanlage abschalten, da sie dem Motor zuviel Leistung entzog. Daraufhin wurde das Auto immer schlagartig warm, weil der Motor durch die Last heiß wurde und somit trotz abgeschalteter Heizung die Frischluft massiv erwärmte. Auch haben wir das Temperament einer argentinischen Autofahrers zu spüren kommen. Der fuhr vor uns – auch gar nicht übertrieben langsam – aber er bremste völlig unberechenbar. Ich entschloss mich, ihn an einem bergab Stück zu überholen. Das fand er gar nicht so lustig und versuchte mich abzudrängen, so dass ich den Überholvorgang abbrechen musste. An der nächsten Geraden konnte er dann nichts mehr machen, so dass wir diesen Spinner getrost hinter uns lassen konnten.

Kurz vor der Grenze fährt man dann durch einen mautpflichtigen Tunnel. Mitten im Tunnel taucht ein Schild auf „Bienvenidos a Chile“ (Willkommen in Chile). Außerhalb des Tunnels wurde dieses noch mehrfach wiederholt und keine Grenzkontrolle in Sicht. So langsam beschlich uns das Gefühl, dass es auch hier offene Grenzen gab. Sollte etwa die aufwendige Genehmigung umsonst gewesen sein??? Wir irrten gewaltig. Nach 5 km kam dann ein Gemeinschaftsgrenzpunkt von Argentinien und Chile. Das Gebäude erinnerte mehr an eine Markthalle, als an eine Grenze. Irgendwann durften auch wir rein fahren und konnten danach in einen Raum zur Passkontrolle gehen. Dort gab es mehrere Schlangen an unterschiedlichen Schaltern von Argentinien und Chile. Es dauerte eine Zeit bis wir das System verstanden hatten. Wir mussten zuerst das Auto beim argentinischen Zoll anmelden. Stolz zeigten wir das Dokument vom Notar und dann sagte der Grenzer einen Satz, den ich so schnell nicht vergessen werde: „Falta el documento OM 2112 (Salida y Admision Temporal de vehiculos arrendados con sello Aduana)!“ (Es fehlt das Dokument OM 2112) Dieses Dokument sollte belegen, dass der Mietwagenheini seine Dienstleistung der Vermietung korrekt beim Zoll angemeldet hatte. Man erlaubte uns, dass wir das Dokument ausnahmsweise per Fax an die Grenzstation schicken könnten. Normalerweise muss es im Original vorliegen. Also mussten wir den Mietwagenheini anrufen. Tja, wie man macht das? Wir waren nämlich in Chile, so dass unsere argentinischen Prepaidkarten nicht funktionierten. Aber es gab Münzfernsprecher! Die akzeptierten jedoch nur chilenische Pesos. Also bin ich schnell Geld wechseln gegangen. Natürlich zu einem miserablen Kurs. Wieder zurück, mussten wir feststellen, dass der Apparat nur 10 Peso Stücke akzeptiert, aber 100 Peso Minimumguthaben sind. Die Inflation lässt grüßen. 10 Peso Stücke waren nicht aufzutreiben, also Telefonkarte kaufen. Das Geschäft war zu. Dann haben wir einen chilenischen Polizisten gefragt, wann der Laden aufmacht: „Die Besitzerin ist schon seit einer halben Stunde auf Klo“. Na super. Irgendwann hatte auch sie Ihre Sitzung beendet, so dass wir endlich die Karte kaufen konnten. Der Vermieter fiel aus allen Wolken und meinte, dass die Urkunde vom Notar reichen müsste. Er wolle mit dem Grenzer sprechen. Der lehnte dies jedoch ab, da er nicht seinen Schalter verlassen durfte. Alles hin und her nützte nichts. Der Vermieter konnte das Dokument nicht beschaffen, weil es einen Zollstempel brauchte. Also wieder 450 km zurück. Vorsorglich haben wir dann Carlos angerufen, weil wir natürlich das Geld von dem Mietwagenheini zurück haben wollten und Carlos als Muttersprachler sicherlich besser verhandeln kann, als wir. Carlos ist zwar immer sehr ruhig, aber äußerst bestimmt in seinem Auftreten.

Ich kann nur sagen: Zum Glück war er da!!! Der Mietwagenfritze meinte, es wäre ja nicht sein Problem und es hätte noch nie an der Grenze Probleme gegeben. Er wüsste nicht, was wir falsch gemacht hätten. Nachdem Carlos dann an seine Ehre appelliert hatte („Wenn ich einen Fehler mache, gebe ich ihn zu“) und mit der Polizei gedroht hat, bekamen wir den vollständigen Mietpreis (700 Pesos) zurück und der Vermieter hatte nicht bemerkt, dass der Wagen nicht aufgetankt war. Dann hat Carlos uns alle spontan zum Lomo-Essen zu sich nach Hause eingeladen. Es war super lecker, zumal wir alle ausgehungert waren. Auch seine Frau und seine Kinder waren sehr, sehr nett. Es war wirklich ein sehr schöner Abend und Carlos bin ich dafür in alle Ewigkeit dankbar.

Ich denke diese Erfahrungen beinhalten drei Lehren:

1.) Besser eine große Mietwagenfirma nehmen. Bei Hertz wäre das nicht passiert (daher haben die auch 200 Pesos für die Überfahrt verlangt, weil man zwei Dokumente benötigt).

2.) Ohne ausreichende Kenntnisse der spanischen Sprache sind diese Länder nicht zu bereisen. Selbst an der Grenze wird nur Spanisch gesprochen (das allerdings sehr klar und gut verständlich).

3.) Argentinier sind (meistens) äußerst hilfsbereite und gastfreundliche Menschen.

Viele Grüße

Sonntag, 23. September 2007

Die Menschen hier



Donnerstags ist hier immer Stammtisch hier in San Juan. Dort treffen sich Argentinier, die Deutsch als Fremdsprache lernen, mit Deutschen. Es wird "Tandem" gesprochen, d. h. die Deutschen sprechen Spanisch und die Argentinier Deutsch. Dort habe ich dann Estefan mit seiner Freundin Andrea kennen gelernt. Zufälligerweise hatte Andrea auch noch am nächsten Tag Geburtstag zu dem ich (und auch Martin, der war diesmal nicht dabei) direkt eingeladen wurden. Es ist wirklich unglaublich wie aufgeshlossen die Argentinier Deutschen gegenüber sind. Wir genießen hier vor Ort wirklich sehr hohes Ansehen. Das hätte ich vor meiner Reise nicht gedacht.
Freitagmorgen habe ich von unserem Mitbewohner José erfahren, dass er die Familie seiner Freundin eingeladen hat, damit wir uns besser kennen lernen können. Natürlich ohne mit uns da vorher darüber zu sprechen... Zum Glück war die Geburtstagsfeier von Andrea mittags, so dass es kein Problem war. Bei Andrea gab es wieder einmal köstliches Asado. Ich kann kaum sagen, wie gut das Fleisch war. Die Feier war bei Estefan zu Hause, da Andrea's Familie etwa 600 km entfernt wohnt. Auch die Familie von Estefan war äußerst nett. So haben wir bei Sonnenschein einen äußerst angenehmen Tag verbracht. Um 20:30 Uhr war dann bei uns im Haus Fiesta angesagt. Es waren dann doch ein paar Leute mehr, als José angekündigt hatte. Dort haben Martin zum ersten Mal Fernet getrunken, den hiesigen "Nationalcocktail": Cola mit Fernet Branca oder Ramazotti. Der schmeckt wie Hustensaft. Ich bin dann doch auf Bier umgesteigen. Auch dieser Abend war äußerst nett. Man kann hier vor Ort viel einfacher Leute kennen lernen als in Deutschland. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Am Samstag waren wir dann wieder auf einem Geburtstag eingeladen. Das wurde uns allerdings zu viel, so dass wir dann Abends lieber noch was zum Institut gegangen sind (es geht doch irgebdwie nie ohne Internet). Dort war auch mein Kollege Carlos, der uns zum Glück vor einer Schnappsidee bewahrt hat. Wir wollten nächstes Wochenende mit einem Mietwagen nach La Serena an die chilensiche Küste fahren. Was wir nicht bedacht haben: Der Pass ist 4700 m hoch und wegen Schneefalls bis Anfang November geschlossen. Jetzt wollen wir stattdessen nach Vina del Mar in Chile, was allerdings weiter weg ist.
Am Abend wollten wir dann zu einem Libanesen essen gehen, den der Reiseführer empfohlen hatte. Auf dem Weg dorthin zog ein richtiger Sturm auf, der den ganzen Staub aus der Stadt aufgewirblet hat. Sehr ungangenehm. Zu allem Überfluss hatte besagtes Restaurant geschlossene Geselschaft hatte. Wir entschlossen uns zu dem bekannten Chinesen zu gehen. Das war allerdinsg ein Reinfall. Uns beiden schmeckte das Buffet überhaupt nicht mehr und war zu allem Überfluss einen Peso teuerer geworden. Da gehen wir nicht nochmal hin.

Noch eine Richtigstellung zum Thema Preise: Die Preise sind nur für uns Europäer aufgrund des harten Euros günstig (1€->4,4 ARS). Für Einheimische ist das hier ein Fiasko. Innerhalb von einem halben Jahr haben sich die Preise verdoppelt. Für einen Argentinier sind 1,5 Peso wie ein Euro. Und bei der Rechnung ist der Supermarkt dann alles andere als günstig. Dann kostet ein Liter Milch mal eben 2 €. Diese ist übrigen auf 2 Liter pro Person und Einkauf limitiert. Wenn man dann bedenkt, dass ein schlechter Laptop hier 5000 Peso kostet, kann man sehen, dass so etwas hier absoluter Luxus ist. Außerdem druckt der Staat hier kräftig Geld, um die Wirtschaft kurzfristig anzukurbeln. Leider zieht das immer eine steigende Infaltionraten nach sich. Im Moment 8%.

So genug gequatscht.

Viele Grüße

Unheimliches aus Argentinien

http://www.youtube.com/watch?v=cMDFz-DLtzg


Schaut mal hier, das sind die Hamacas (Schaukeln) aus Firmat in der Region Santa Fe. Es gibt keine ntürlich Erklärung für das Phänomen. Es ist kein Wind zu der Zeit und kein Motor. Es gibt auch Videos wo sich nur eine bewegt. Die anderen stehen still.

Donnerstag, 20. September 2007

Bericht vom letzten Wochenende










Nach der Arbeit waren wir dann mit Fabricio (wohnt in unserem Haus) und José beim „Chinesen“. Nun ja, da gab es zwar auch Buffet, jedoch war mehr als die Hälfte der Speisen argentinisch. Insbesondere war in dem Laden ein Asado (Grill) aufgebaut, so dass man wiederum diverse Grillspezialitäten essen konnte. Der Chinese war wirklich sehr gut und vor allem günstig. Wir haben mit Wein jeder 23 Pesos bezahlt, das sind genau 5 €. Am nächsten Tag ging es dann zu einem im Bau befindlichen Staudamm mit Namen Los Caracoles (Die Schnecken). Die Tour wurde von unserem Betrieb EPSE organisiert, die Bauherren sind. Nach einem anstrengenden 2-stündigen Vortrag auf Spanisch mit allerlei kritischen Fragen von Gegnern des Projektes, konnten wir uns dann das Wunderwerk ansehen. Ich fand es nicht so beeindruckend, aber wer schon mal ein Kernkraftwerk von innen gesehen, den kann eben kaum mehr was beeindrucken. Ein Abschnitt war dabei die Besichtigung des Falltunnels, wo das Wasser Richtung Turbine strömt. Das war der einzige ungesicherte Teil der Baustelle und wie es der Zufall will, viel ausgerechnet dort das Licht aus. Wie durch ein Wunder hat sich dabei zum Glück niemand verletzt, aber es wäre bei einigen mehrfach fast soweit gewesen (der Steg war nämlich verdammt eng, siehe Foto).

Den Rest des Wochenendes haben wir dann eher ruhig verbracht.

Saludos a Alemania,

Andreas

Freitag, 14. September 2007

Die ersten Tage

Hallo zusammen,

hier in Argentinien ist alles im grünen Bereich soweit. Das Wetter ist leider nicht mehr so schön. Der Himmel ist bedeckt und die Temeperatur liegt unter 15 °C. Ausgerechnet bei solchen Temeperaturen wurde uns das Gas gekappt, da unser Mitbewohner José eine Gasrechnung im März angeblich nicht beglichen hat. Das Problem ist zum Glück mittlerweile wieder behoben. Gestern waren wir dann beim deustchen Stammtisch (vom hiesigen Goethe-Institut organisiert), wo Argentinier mal die Möglichkeit haben mit Deutschen deustch zu sprechen. Nächste Woche soll es dasnn so sein, dass wir Deutschen dann auf Spanisch antworten, damit wir auch was dabei lernen. Am gleichen Institut werde ich demnächst auch Spanischunterricht nehmen, da mir das Sprechen weiterhin sehr schwer fällt. Morgen früh fahren wir einen Staudamm und zugehöriges Wasserkraftwerk besichtigen. Am Abend geht es in die Disko.

Viele Grüße und schönes Wochenende.

Andreas

Montag, 10. September 2007

Problememit Internet

Hallo liebe Freunde in Alemania,

leider kann ich meinen eigenen Blogg aufgrund von Problemen mit dem hiesigen Proxy-Server selber nur veraltet betrachten. Daher kann ich Eure Kommenatre nicht lesen. Bitte sendet mir daher Emails, anstelle von Kommentaren. Ich hoffe, dass Problem ist bald behoben.

Viele Grüße,

Andreas

Unser erstes Asado







Gestern waren Martin und ich bei unserem ersten Asado (typisch argentinisches Grillfest). Die Familie von Josés (unser Mitbewohner) Freundin hatte uns netterweise eingeladen. Um 10:00 Uhr machten wir uns dazu auf um zu deren Haus zu fahren. Dort angekommen wurde ich von deren Katze angefallen, die offensichtlich Gefallen an meinem Deo gefunden hatte und mir unter die Achsel biss. Glücklicherweise war die Katze noch recht klein, so dass nichts passiert war, jedoch hatte das Vieh erstaunliche Ähnlichkeit mit Christinas Katze Pia (siehe Foto). Danach fuhren wir etwa 20 Minuten aus der Stadt raus zu einem kleinen Landgut, wo das eigentliche Asado stattgefunden hat. Dort wurde – genau wie in der übrigen Region – Wein angebaut. Der Hausherr ließ uns auch direkt von seinen in Schnaps eingelegten Trauben kosten. Vor unserer Asado Premiere hatten Martin und ich noch eine andere: Wir haben zum ersten Mal das argentinische Nationalgetränk Mate-Tee gekostet. ¡Que rico ! würde der Argentinier sagen. Der Tee schmeckte wie eine Mischung aus schwarzem Tee und ein bisschen Pfefferminz. Das Ungewöhnliche ist, dass es über eine Art Strohhalm verzehrt wird.

Danach haben wir uns mit Pool-Billard und Kicker vergnügt. Gegen 15:00 Uhr ging das Essen los. Ich hatte ein wenig bedenken, da beim Asado fast alles von einem Rind gegrillt wird und das nicht unbedingt dem europäischem Geschmack entspricht. Aber ubre und sesos wurden gar nicht serviert und die anderen nicht so leckeren Dinge wie Darm oder Zunge musste man nicht essen. Die Runde hatte dafür Verständnis, dass wir Europäer solche Dinge nicht unbedingt kosten wollten. Das „normale“ Fleisch war dafür (ungewürzt!) wirklich unglaublich lecker. Selten so gutes Fleisch gegessen. Nach dem Essen haben Martin und ich uns die Zeit mit sonnen und Luftgewehrschiessen vertrieben. Ein Wort zur Sonne. Nicht nur dass sie den ganzen Tag scheint, sie brennt unglaublich stark, da hier die Ozonschicht leider nur sehr dünn ist. Danach wurde ein Gesellschaftsspiel gespielt (was sich jedoch angesichts mangelnder Sprachkenntnisse mitunter als schwierig gestaltete) und Kuchen gegessen. Gegen 20:00 Uhr war alles vorbei und ich konnte zu Hause diesen Blog Eintrag in Ruhe bei einem Quilmes (sehr gutes argentinisches Bier) verfassen.

¡Hasta luego!

Unser Haus



Anbei ein Bild von unserem Haus und der zugehörigen Strasse.

Samstag, 8. September 2007

Erstes Bild von San Juan aus unserer Wohnung

Flug von Santiago nach Mendoza über die Anden




Erste Bilder



Das erste Bild zeigt unsere Maschine in Santiago de Chile.

Das zweite ist kurz vor Beginn des Anflugs vom Inflight-Entertainment-System aufgenommen worden.

Freitag, 7. September 2007

1. Tag

Nachdem Martin und ich uns am Institut gestern ein wenig eingewöhnt und das Internet ausgenutzt hatten, kam plötzlich Guido (ein Doktorand) mit seiner Frau vorbei und lud uns spontan in ein klassisches Konzert ein. Also schnell die Sachen packen und zum „Auditorio“, wo wir noch einige Freundinnen seiner Frau getroffen. Eine war die Spielerfrau von einem ehemaligen Boca Juniors Spieler (spielt jetzt für San Juan, ebenfalls 1. argentinische Liga). Eine andere war ein Mädel aus Augsburg, die am Goethe-Institut arbeitet.

Das Konzert wurde von einem angeblich sehr bekannten bulgarischen Dirigenten geleitet und das „Auditorio“ soll die beste Akustik in ganz Lateinamerika haben. Ich als alter Kulturbanause kann das eh nicht beurteilen. Das Konzert war sehr gut, dauerte jedoch recht lange. Aufgrund der strapaziösen Anreise fielen Martin und mir gelegentlich die Augen zu.

Im Anschluss an das Konzert wollten wir essen gehen, jedoch war es unmöglich ein Taxi zu bekommen. Daher nahm uns besagte Spielerfrau in ihrem Auto mit. Wir saßen mit ACHT Personen in einem Fünfsitzer-Renault. Gegessen wurde Lomo, eine Spezialität, die es angeblich nur in San Juan gibt (Eine dicke Scheibe Hühnchen (300g), Mayonaise, Brot, Ei, Salat übereinander) und Pommes. Na ja, war zwar recht lecker, aber auch sehr mächtig.

Heute waren wir bei Wal Maart einkaufen, da es in unserem Supermercado nicht allzu viel Auswahl gibt. Auf der Rückfahrt haben wir ein Taxi genommen. Als der Fahrer den Preis für die Strecke von ca. 6 km nannte staunte ich nicht schlecht,.. 6 Pesos (ca. 1,4 €)! Muy barrato würde der Spanier sagen.

Viele Grüße

Angekommen

Nach ca. 24 h Stunden Anreise über Madrid, Santiago de Chile und Mendoza, sind Martin und ich gestern in San Juan angekommen. Hier ist das Wetter traumhaft schön. Es ist Winter und 30°C. Allerdings soll es im Sommer ca. 45 °C werden. Die Stadt ist mit ca 200000 Einwohnern noch überschaubar. Die Leute sind sehr freundlich, allerdings fällt mir die Kommunikation auf Spanisch noch recht schwer.
Martin und ich wohnen bei José, einem Doktoranden aus Ecuador. Die Wohnung ist leider zu dritt recht klein, jedoch geht José demnächst an die Mercartor Uni nacvh Duisburg, so dass wir dann bequem zu zweit wohnen können.
Heute bin ich zum ersten mal am Institut de Energia Electrica. Die Leute sind super nett. Hier geht es aber erst am Montag richtig los mit dem Praktikum.

Viele Grüße nach Deutschland!

Dienstag, 28. August 2007

Initial Post

So Freunde der Sonne,
dieser Blog soll als Kommunikationsplattform für meinen Aufenthalt in Argentinien dienen. Ich hoffe, dass er sich ab nächster Woche ordentlich mit Leben füllen wird.